Die Renaissance der Luftschifffahrt

97 Jahre nach dem ersten Aufstieg eines Zeppelin-Luftschiffes und 60 Jahre nach Beendigung der in aller Welt aufseherregenden Zeppelinära, erhob sich 1997 wieder ein Zeppelin-Luftschiff zu einem Flug über den Bodensee. Die Faszination Zeppelin wurde wiedergeboren!

Alle Zeppeline waren Starr-Luftschiffe – im Gegensatz zu den heute verbreiteten Prall-Luftschiffen, auch Blimps genannt, bei denen die Form nur durch den Innendruck gehalten wird, weisen die Zeppelin-Starr-Luftschiffe ein starres Gerippe auf. Dieses, vom Grafen Zeppelin Anfang letzten Jahrhunderts realisierte Konstruktionsprinzip, lässt neben anderen Vorteilen auch weit größere Luftschiffe und somit höhere Nutzlasten zu. Die historischen Luftschiffe LZ-129 HINDENBURG und LZ-130 GRAF ZEPPELIN II hatten ein Volumen von 200.000 m3 und eine Länge von eindrucksvollen 245 m. Weitere Vorteile sind die stabilere statische Festigkeit und die Tatsache, dass die Antriebsmotoren nicht direkt an der Gondel sondern weit weg von den Passagieren plaziert werden können. So stören weder Vibrationen noch Motorlärm das unbeschreibliche Reisevergnügen in einem Zeppelin.

Graf Ferdinand von Zeppelin
Graf Ferdinand von Zeppelin

Der neue Zeppelin NT (NT=Neue Technologie) baut auf den gleichen Grundprinzipien auf, setzt aber bei den verwendeten Technologien ganz neue Maßstäbe. Durch den Einsatz modernster Wirkstoffe, wie z. B. carbonfaserverstärkte Kunststoffe, wird bei den modernen Zeppelinen ein besseres Verhältnis zwischen Nutzlast und Eigengewicht erzielt. Von der heute erreichten Manövrierfähigkeit hätten die Steuerleute der historischen Luftschiffe nicht einmal zu träumen gewagt. Schwenkbare Propeller ermöglichen das Heben und Senken des Schiffes im Schwebflug, ohne Ballast oder Traggas abzugeben. Der Zeppelin NT kann sogar auf der Stelle wenden.