Die Entstehung des Zeppelin NT

technische Fortschritte und ein Umdenken in der Gesellschaft schufen die Basis

Seit Mitte 1991 erschienen von Zeit zu Zeit Pressemeldungen, daß man sich in Friedrichshafen wieder mit dem Bau von Luftschiffen beschäftigt. Was steckte hinter diesen Informationen? Bereits seit 1988, wurden Überlegungen angestellt, ob es nicht sinnvoll wäre, wieder einmal eine ernsthafte technisch-wirtschaftliche Untersuchung anzustellen, ob ein Wiederbeginn der Luftschiffahrt Chancen hat. Was hatte sich geändert, daß die Fragestellung erneut aufgegriffen wurde?

Generell kann man feststellen, daß Menschen sich heute zunehmend nostalgischem Erleben zuzuwenden, wie sich dies an der deutlichen Zunahme der Ballonfahrt, der Reisen mit Dampfeisenbahn und Dampfschiffen oder der Kanalsportschiffahrt zeigt. Auch die Besucherzahlen von Museen waren noch nie so hoch wie in der heutigen Zeit.

Nicht zuletzt sind in der Technik große Fortschritte im Leichtbau, bei den Hüllenwerkstoffen, in der Antriebs- und Steuerungstechnik zu verzeichnen, so daß eine Luftschiffahrt mit neuer Technologie technisch, wirtschaftlich und sicherheitstechnisch nicht mehr mit der Technik aus der Anfangszeit der Luftschiffahrt vergleichbar ist.

Das Konzept des ZEPPELIN NT

Der ZEPPELIN NT wird durch Ballonets stets unter Innendruck gehalten, jedoch wird die Gestaltsfestigkeit im wesentlichen durch ein räumliches Gerippe in Form eines dreieckigen Tragwerkes gewährleistet, selbst dann, wenn der Druck durch einen Defekt abfallen sollte. Alle Lasten wie Antriebsmotoren, Steuerflächen, Passagierkabine u.a. können am optimalen Ort sicher angeordnet werden. So sind beispielsweise die Motoren mit den Propellern weit entfernt von den Passagieren, so daß diese nicht durch Lärm und Vibrationen belästigt werden. Außerdem sind sie im Schwerpunkt des Fahrwiderstandes, also auch an aerodynamisch optimaler Stelle angebracht. Durch Einsatz moderner Werkstoffe wird ein sehr gutes Verhältnis zwischen Nutzlast und Eigengewicht erzielt. Das Gerippe und die Hülle nehmen die im Betrieb auftretenden Lasten gemeinsam auf.

Die für die konstruktive Auslegung ausschlaggebenden Biegekräfte werden nahezu gleichmäßig von der starren Struktur und von der Hülle aufgenommen. Unterhalb des Gerippes sind die luftgefüllten Ballonets angeordnet und bilden so im Falle einer sehr harten Landung ein Luftkissen, das die starre Struktur vor schädlichen Stößen schützt.

Technische Daten Zeppelin LZ NT07-101

  • Volumen 8.425 m³
  • Länge 75 m
  • max. Durchmesser 14,16 m
  • Breite 19,5 m
  • Höhe 17,4 m
  • Flughöhe
    • Reiseflug 300 m über Boden
    • maximal 3.000 m NHN
  • Gewichte
    • max. Startgewicht
      • absolut 8.050 kg
      • relativ 400 kg
    • Zuladung 1.900 kg
  • Gondel
    • Personen
      • 1 Pilot
      • 1 Flugbegleiter / Co-Pilot
      • 14 Passagiere
      • 1 Toilette
    • Maße
      • Länge: 10,7 m
      • Volumen: 29 m³
  • Geschwindigkeit
    • maximal 125 km/h
    • Reiseflug 70 km/h
  • Flugdauer ca. 22 h
  • Reichweite 1.000 km
  • Triebwerk: 3 Lycoming IO-360 à 147 kW (200 PS) - insgesamt 440 kW (600 PS)